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Ramipril

Ramipril

Wirkstoff: Ramipril
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Medizinische Informationen

Über dieses Medikament

Ramipril gehört zur Gruppe der ACE-Hemmer (Angiotensin-Converting-Enzym-Hemmer) und ist eines der am häufigsten verordneten Blutdruckmedikamente in Deutschland und Österreich.

Es senkt den Blutdruck, schützt Herz und Nieren und wird bei verschiedenen Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt.

Wirkmechanismus und kardiovaskulärer Schutz

Ramipril wirkt, indem es die Bildung von Angiotensin II hemmt, einem körpereigenen Stoff, der die Blutgefäße verengt.

Durch die Hemmung weiten sich die Gefäße, der Blutdruck sinkt und das Herz wird entlastet. Gleichzeitig schützt Ramipril die Nieren vor Schäden durch hohen Blutdruck oder Diabetes.

Diese organschützenden Eigenschaften machen Ramipril besonders wertvoll.

Indikationen

Ramipril wird eingesetzt bei Bluthochdruck (Hypertonie), Herzinsuffizienz (Herzschwäche), nach einem Herzinfarkt zur Vorbeugung weiterer Ereignisse sowie bei diabetischer Nephropathie.

Nicht anwenden in der Schwangerschaft, da ACE-Hemmer schwere fetale und neonatale Schädigung verursachen können.

Zur Senkung des kardiovaskulären Risikos bei Hochrisikopatienten wird Ramipril als Langzeittherapie eingesetzt.

Anwendung & Dosierung

Ramipril wird einmal täglich oral eingenommen. Die Tablette mit ausreichend Wasser schlucken, unabhängig von den Mahlzeiten. Die Tabletten können geteilt, aber nicht zerkaut werden.

Einnahmezeit und Therapiedauer

Möglichst jeden Tag zur gleichen Uhrzeit einnehmen, vorzugsweise morgens, um stabile Wirkstoffspiegel zu gewährleisten.

Die Behandlung ist in der Regel eine Langzeittherapie und sollte nicht eigenständig abgesetzt werden. Ein plorzliches Absetzen kann zu einem Blutdruckanstieg führen.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen

Bei Auftreten von Schwellungen im Gesicht oder an den Lippen (Angiodem) sofort Ramipril absetzen und den Notruf wählen.

Der Kaliumspiegel und die Nierenwerte sollten zu Beginn der Behandlung und nach jeder Dosisänderung kontrolliert werden.

Vor Narkosen oder Operationen muss der Anästhesist über die Einnahme informiert werden.

Bei arterieller Hypertonie beginnt die Behandlung mit Ramipril meist mit einer Startdosis von 2,5 mg einmal täglich, die je nach Blutdruckreaktion schrittweise auf 5 bis 10 mg täglich erhöht wird.

Die Tabletten können mit oder ohne Mahlzeit eingenommen werden und werden zu einer festen Tageszeit, vorzugsweise morgens, appliziert.

Eine niedrige Einstiegsdosis ist besonders bei Patienten mit vorherigem Diuretikagebrauch, Niereninsuffizienz oder Hyponatriämie wichtig, um eine überschießende Blutdrucksenkung (First-dose-Hypotonie) zu vermeiden.

Nach Herzinfarkt mit Herzinsuffizienz wird die Anfangsdosis auf 2,5 mg zweimal täglich gesetzt, dann langsam auf 5 mg zweimal täglich als Erhaltungsdosis titriert, sofern die Blutdruckwerte und die Nierenfunktion eine Steigerung erlauben.

Zur Prävention kardiovaskulärer Ereignisse bei Hochrisikopatienten beträgt die Zieldosis 10 mg einmal täglich.

Bei Niereninsuffizienz (GFR unter 60 ml/min) ist die Initialdosis zu reduzieren und die Nierenfunktion engmaschig zu überwachen.

Kaliumspiegel und Nierenfunktion sollten zu Beginn der Behandlung und nach jeder Dosisänderung kontrolliert werden.

Die gleichzeitige Einnahme von kaliumsparenden Diuretika oder Kaliumsupplementen erhöht das Risiko einer Hyperkaliämie.

Tritt ein trockener, anhaltender Reizhusten auf -- eine häufige Nebenwirkung von ACE-Hemmern -- ist ggf. ein Wechsel zu einem Angiotensin-Rezeptorblocker in Betracht zu ziehen.

Nebenwirkungen

Ramipril kann verschiedene Nebenwirkungen verursachen, von denen einige häufig und meist gutartig, andere selten, aber schwerwiegend sind.

Häufige Nebenwirkungen

Der trockene Reizhusten ist die bekannteste Nebenwirkung aller ACE-Hemmer und betrifft etwa 5 bis 10 % der Patienten.

Zudem können Schwindel und Kopfschmerzen, besonders zu Behandlungsbeginn, sowie Müdigkeit und ein niedriger Blutdruck auftreten.

Geschmacksveränderungen und Magen-Darm-Beschwerden werden weniger häufig berichtet.

Seltene, aber schwerwiegende Nebenwirkungen

Das Angiodem ist die gefährlichste Nebenwirkung von Ramipril. Es äußert sich als plötzliche Schwellung von Gesicht, Lippen, Zunge oder Rachen und erfordert sofortigen Notarzt-Einsatz.

Weitere seltene schwerwiegende Nebenwirkungen sind eine schwere Nierenfunktionsstörung, Blutbildveränderungen sowie erhöhte Kaliumwerte (Hyperkaliämie), die zu Herzrhythmusstörungen führen können.

Warnhinweise & Vorsichtsmaßnahmen

Bei Auftreten von Schwellungen im Gesichtsbereich (Angiodem) sofort Ramipril absetzen und den Notruf wählen. Dies ist ein potenziell lebensbedrohlicher Notfall.

Der Kaliumspiegel und die Nierenwerte sollten regelmäßig kontrolliert werden. Vermeiden Sie kaliumreiche Salzersatzmittel und Nahrungsergänzungsmittel ohne ärztliche Rücksprache.

Vor Narkosen oder Operationen muss der Anästhesist über die Einnahme informiert werden. Ramipril kann in den ersten Tagen Schwindel verursachen. Seien Sie vorsichtig beim Aufstehen.

Gegenanzeigen

Ramipril ist kontraindiziert bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Ramipril, andere ACE-Hemmer oder einen der sonstigen Bestandteile.

Ein besonders wichtiges Risiko ist das hereditare oder idiopathische Angiodem -- Patienten, die jemals ein Angiodem unter einem ACE-Hemmer entwickelt haben, durfen Ramipril nicht einnehmen.

Dieses Risiko gilt auch für Angiodem-Episoden ohne erkennbare Ursache, da ACE-Hemmer eine bekannte Ursache für Angiodem des Gesichts, der Lippen, der Zunge und des Rachens sind.

Nicht anwenden in der Schwangerschaft (insbesondere im zweiten und dritten Trimester), da ACE-Hemmer schwere fetale und neonatale Schadigung verursachen können, einschließlich Oligohydramnion, Nierenfunktionsstorung und Knochenossifikationsstorungen.

Ramipril ist auch kontraindiziert bei haber diabetischer Nephropathie in Kombination mit Aliskiren, bei gleichzeitiger Einnahme von Sacubitril/Valsartan wegen des erhöhten Angiodem-Risikos sowie bei unkontrollierter Hyperkalziamie.

Bei Patienten mit hamodynamisch relevanter beidseitiger Nierenarterienstenose oder Nierenarterienstenose bei Einzelniere ist Ramipril kontraindiziert, da es das Risiko einer akuten Niereninsuffizienz erhöht.

Kombinierte Blockade des Renin-Angiotensin-Systems mit ACE-Hemmern und ARBs gleichzeitig soll vermieden werden.

Häufig gestellte Fragen

Warum verursacht Ramipril Husten?
Der trockene Reizhusten ist eine bekannte Nebenwirkung aller ACE-Hemmer. Er entsteht durch die Anreicherung von Bradykinin in den Atemwegen, die Ramipril bewirkt. Etwa 5 bis 10 % der Patienten sind betroffen, und wenn der Husten störendes Ausmaß annimmt, kann Ihr Arzt auf einen Angiotensin-II-Rezeptorblocker (Sartan) umstellen, der dieses Problem nicht verursacht.
Kann ich Ramipril einfach absetzen?
Nein, Ramipril sollte niemals ohne ärztliche Anweisung abgesetzt werden. Ein plötzliches Absetzen kann zu einem gefährlichen Blutdruckanstieg (Rebound-Effekt) führen. Wenn Sie Probleme mit dem Medikament haben, besprechen Sie mit Ihrem Arzt eine schrittweise Dosisreduktion oder einen Wechsel des Präparats.
Zu welcher Tageszeit sollte ich Ramipril einnehmen?
Ramipril wird in der Regel morgens eingenommen. Manche Ärzte empfehlen bei bestimmten Patienten die abendliche Einnahme, da der Blutdruck nachts besonders effektiv gesenkt werden kann. Entscheidend ist vor allem, dass Sie es jeden Tag zur gleichen Uhrzeit nehmen, um stabile Wirkstoffspiegel aufrechtzuerhalten.
Wechselwirkt Ramipril mit Ibuprofen?
Ja, NSAR wie Ibuprofen können die blutdrucksenkende Wirkung von Ramipril abschwächen und das Risiko für Nierenschäden erhöhen. Gelegentliche, kurzfristige Einnahme ist meist unproblematisch, aber bei regelmäßigem Gebrauch sollten Sie Ihren Arzt informieren. Paracetamol ist als Schmerzmittel oft die bessere Alternative.

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Medizinisch geprüft

Dr. Ross Elledge

Facharzt für Chirurgie · Mund-, Kiefer- & Gesichtschirurgie

Verifizierter Gesundheitsexperte