Hauterkrankungen – dermatologische Behandlung ärztlich verordnet
Hauterkrankungen betreffen in Österreich Millionen von Menschen und reichen von Akne über Rosacea bis zu Ekzemen. Als verschreibender Arzt weiss ich, dass viele Patienten lange mit frei verkäuflichen Mitteln experimentieren, bevor sie ärztliche Hilfe suchen. Dabei stehen wirksame verschreibungspflichtige Therapien zur Verfügung, die den Hautzustand deutlich verbessern können. Eine gezielte Behandlung beginnt mit der richtigen Diagnose.
Topische Retinoide gelten als Goldstandard bei Akne und normalisieren die Talgproduktion sowie die Keratinisierung
Azelainsäure 15–20 Prozent verbessert sowohl Akne als auch Rosacea mit entzündungshemmender und antibakterieller Wirkung
Die Ärztekammer empfiehlt bei mittelschwerer Akne eine Kombinationstherapie aus Retinoid und Benzoylperoxid
Topische Calcineurin-Inhibitoren bieten eine kortisonsparende Alternative bei Ekzemen im Gesichts- und Halsbereich

Nizoral

Betnovate

Soolantra

Protopic

Isotretinoin

Dermovate

Clotrimazol

Fucidin

Elocon lotion
Über Hautbehandlungen
Häufige Hauterkrankungen und deren Erscheinungsbild
Hauterkrankungen gehören zu den häufigsten Gründen für ärztliche Konsultationen in Österreich.
Die Österreichische Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie betont, dass eine frühzeitige und fachgerechte Behandlung Komplikationen und Narbenbildung vorbeugen kann.
Akne vulgaris betrifft rund 85 Prozent aller Jugendlichen und persistiert bei bis zu 20 Prozent ins Erwachsenenalter.
Die Erkrankung entsteht durch eine Überproduktion von Talg, verstärkte Verhornung der Haarfollikel, Besiedelung mit Cutibacterium acnes und daraus resultierende Entzündung.
Sie zeigt sich als offene und geschlossene Komedonen, Papeln, Pusteln und in schweren Fällen als Knoten und Zysten.
Rosacea betrifft vorwiegend hellhäutige Erwachsene ab dem 30. Lebensjahr und zeigt sich durch anhaltende Gesichtsrötung, sichtbare Äderchen (Teleangiektasien) und entzündliche Papeln und Pusteln.
Triggerfaktoren umfassen Alkohol, scharfe Speisen, Temperaturschwankungen und UV-Strahlung. In Österreich sind schätzungsweise 2–5 Prozent der Bevölkerung betroffen.
Atopisches Ekzem (Neurodermitis) ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung mit starkem Juckreiz, die häufig im Kindesalter beginnt und in Schüben verläuft.
Typische Lokalisationen sind Ellenbeugen, Kniekehlen, Gesicht und Hände. Die Erkrankung betrifft in Österreich rund 10–15 Prozent der Kinder und 2–5 Prozent der Erwachsenen.
Weitere behandelbare Hauterkrankungen:
- Seborrhoisches Ekzem mit fettigen, schuppenden Plaques an Kopfhaut, Nasolabialfalten und Augenbrauen
- Psoriasis (Schuppenflechte) mit silbrig-weissen Schuppen auf roten Plaques
- Periorbitale Dermatitis mit gruppierten Papeln um Mund, Nase oder Augen
- Pilzinfektionen der Haut mit ringförmigen, schuppenden Herden
Verschreibungspflichtige Behandlungsoptionen
Die dermatologische Therapie folgt einem stufenweisen Ansatz, bei dem die Behandlung an den Schweregrad und die spezifische Erkrankung angepasst wird.
Akne-Therapie:
- Topische Retinoide (Adapalen, Tretinoin) normalisieren die Follikelkeratinisierung und gelten als Basis jeder Aknebehandlung. Sie werden abends dünn aufgetragen, da sie lichtempfindlich machen. Die BASG-Fachinformation empfiehlt einen langsamen Einstieg jeden zweiten Abend, um Hautreizungen zu minimieren.
- Benzoylperoxid (2,5–5 Prozent) wirkt antibakteriell gegen Cutibacterium acnes und ergänzt Retinoide ideal, da keine Resistenzbildung auftritt.
- Topische Antibiotika (Clindamycin, Erythromycin) werden stets in Kombination mit Benzoylperoxid eingesetzt, um Resistenzen zu vermeiden.
- Isotretinoin oral wird bei schwerer, therapieresistenter Akne eingesetzt und erfordert engmaschige ärztliche Kontrolle mit Blutbild und Leberwerten.
Rosacea-Therapie:
- Metronidazol 0,75 Prozent topisch als Erstlinientherapie bei papulopustulöser Rosacea
- Azelainsäure 15 Prozent mit entzündungshemmender und antimikrobieller Wirkung
- Ivermectin 1 Prozent Creme als neuere topische Option mit Wirkung gegen Demodex-Milben
- Brimonidin 0,33 Prozent Gel bei ausgeprägter Gesichtsrötung (erythematöse Rosacea)
Ekzem-Therapie:
- Topische Kortikoide in abgestufter Potenz je nach betroffener Körperregion und Schweregrad
- Tacrolimus und Pimecrolimus als kortisonsparende Alternativen, besonders für Gesicht und Hals geeignet
- Konsequente Basispflege mit rückfettenden Cremes als Grundlage jeder Ekzembehandlung
- Bei schwerem atopischen Ekzem: Dupilumab als systemischer Antikörper (fachärztliche Verordnung)
Diagnose und ärztliche Beurteilung
Die korrekte Diagnose einer Hauterkrankung bildet die Grundlage für eine zielgerichtete Behandlung.
Die Österreichische Gesellschaft für Dermatologie empfiehlt, dass bei unklaren Hautveränderungen stets eine ärztliche Beurteilung erfolgen sollte.
Bei der Online-Konsultation über Dr. Presc werden folgende Informationen erhoben:
- Detaillierte Beschreibung der Hautveränderungen mit Lokalisation, Dauer und Verlauf
- Begleitende Symptome wie Juckreiz, Brennen, Schmerzen oder Schuppung
- Bisherige Behandlungsversuche und deren Ergebnis
- Bekannte Allergien und aktuelle Medikamenteneinnahme
- Familienanamnese hinsichtlich Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Psoriasis oder Rosacea
Wann ist eine persönliche dermatologische Untersuchung erforderlich?
- Bei Hautveränderungen, die asymmetrisch sind, unregelmässige Ränder haben oder ihre Farbe ändern – Verdacht auf Hautkrebs
- Bei grossflächigen oder generalisierten Hautausschlägen mit Fieber oder Allgemeinsymptomen
- Bei Verdacht auf Hautinfektionen, die eine mikrobiologische Diagnostik erfordern
- Bei Nichtansprechen auf eine bisherige Therapie nach angemessener Behandlungsdauer
- Bei Erstdiagnose einer chronischen Hauterkrankung, die eine langfristige Betreuung erfordert
Dr.
Presc eignet sich besonders für Nachfüllrezepte bereits diagnostizierter Hauterkrankungen, Anpassung der laufenden Therapie bei verändertem Schweregrad und die Behandlung klar umschriebener Beschwerdebilder wie leichte bis mittelschwere Akne bei Erwachsenen.
Bei jedem Fall, in dem die Diagnose nicht eindeutig ist oder ein schwerer Verlauf vorliegt, wird eine persönliche Vorstellung beim Dermatologen empfohlen.
Die Sicherheit der Patienten steht stets an erster Stelle.
Hautpflege und unterstützende Massnahmen
Neben der medikamentösen Therapie bildet eine angepasste Hautpflegeroutine einen wesentlichen Bestandteil der Behandlung.
Die Österreichische Gesellschaft für Dermatologie betont, dass die richtige Basispflege den Behandlungserfolg massgeblich beeinflusst.
Grundprinzipien der Hautpflege bei Akne:
- Milde, pH-neutrale Reinigung morgens und abends ohne aggressive Peelings oder Alkohol
- Ölfreie, nicht-komedogene Feuchtigkeitspflege, da Retinoide die Haut austrocknen
- Täglicher Sonnenschutz mit LSF 30 oder höher, besonders unter Retinoid- und Antibiotikatherapie
- Verzicht auf Ausdrücken von Unreinheiten, da dies Entzündungen und Narbenbildung fördert
Hautpflege bei Rosacea:
- Sanfte Reinigung ohne Seife, Menthol, Kampfer oder Alkohol
- Mineralischer Sonnenschutz mit LSF 50, da UV-Strahlung ein Haupttrigger ist
- Meiden bekannter Triggerfaktoren wie heisse Getränke, scharfe Speisen und extreme Temperaturen
- Grün pigmentierte Abdeckcremes zur optischen Neutralisierung der Gesichtsrötung
Hautpflege bei Ekzemen:
- Rückfettende Basispflege mindestens zweimal täglich, auch in beschwerdefreien Phasen
- Kurze, lauwarme Dusch- oder Badezeiten unter 5–10 Minuten
- Baumwollkleidung bevorzugen, Wolle und synthetische Stoffe meiden
- Raumklima mit ausreichender Luftfeuchtigkeit, da trockene Heizungsluft Schübe begünstigt
Allgemeine Empfehlungen:
- Ausreichende Flüssigkeitszufuhr unterstützt die Hautbarriere von innen
- Ernährung mit wenig Zucker und Milchprodukten kann bei Akne günstig wirken
- Stressmanagement durch regelmässige Bewegung und Entspannungstechniken
- Nikotinverzicht verbessert die Hautdurchblutung und beschleunigt die Wundheilung
Frequently Asked Questions
Wie lange dauert es, bis Retinoide bei Akne wirken?
Darf ich bei Rosacea Sonnencreme verwenden?
Kann ich Kortisoncreme im Gesicht verwenden?
Wann brauche ich Antibiotika bei Akne?
Hilft Ernährung bei Hautproblemen?
Dr. Ross Elledge
Facharzt für Chirurgie · Mund-, Kiefer- & Gesichtschirurgie
Verifizierter Gesundheitsexperte
Die medizinischen Informationen auf dieser Website wurden von Dr. Ross Elledge (approbierter Arzt) geprüft und dienen ausschließlich Bildungszwecken. Sie ersetzen kein persönliches Gespräch mit Ihrem Arzt oder Facharzt. Befolgen Sie stets die Anweisungen Ihres verschreibenden Arztes und lesen Sie die Packungsbeilage Ihres Medikaments.
