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Melatonine

Melatonine

Wirkstoff: Melatonin
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Die medizinischen Informationen auf dieser Website wurden von Dr. Ross Elledge (approbierter Arzt) geprüft und dienen ausschließlich Bildungszwecken. Sie ersetzen kein persönliches Gespräch mit Ihrem Arzt oder Facharzt. Befolgen Sie stets die Anweisungen Ihres verschreibenden Arztes und lesen Sie die Packungsbeilage Ihres Medikaments.

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Medizinische Informationen

Über dieses Medikament

Melatonin ist ein körpereigenes Hormon, das in der Zirbeldrüse (Epiphyse) produziert wird und eine zentrale Rolle bei der Steuerung des Schlaf-Wach-Rhythmus spielt.

Bei Dunkelheit steigt die Melatoninproduktion an, was dem Körper signalisiert, dass es Zeit zum Schlafen ist.

Therapeutischer Einsatz bei Schlafstörungen

Als Arzneimittel wird Melatonin vor allem bei Einschlafstörungen und zur Behandlung von Jetlag eingesetzt.

Es eignet sich besonders für Patienten ab 55 Jahren, bei denen die natürliche Melatoninproduktion nachlässt.

Im Gegensatz zu vielen klassischen Schlafmitteln macht Melatonin nicht abhängig und beeinträchtigt die natürliche Schlafarchitektur kaum.

Wirkungseintritt und Besonderheiten

Die Wirkung von Melatonin setzt in der Regel 30 bis 60 Minuten nach der Einnahme ein. Es verkürzt die Einschlafzeit und kann die Schlafqualität insgesamt verbessern.

Melatonin ist in Österreich rezeptpflichtig und sollte nur nach ärztlicher Beratung eingenommen werden, da die richtige Dosierung und der Einnahmezeitpunkt entscheidend für die Wirksamkeit sind.

Anwendung & Dosierung

Einnahmezeitpunkt und Zubereitung

Nehmen Sie Melatonin etwa 30 bis 60 Minuten vor dem Schlafengehen mit etwas Wasser ein.

Die Retardtablette sollte im Ganzen geschluckt und nicht zerteilt oder zerkaut werden, da das Teilen die Retardfunktion zerstören und zu einer veränderten Wirkstofffreisetzung führen würde.

Regelmäßigkeit und circadianer Rhythmus

Wichtig ist, dass Sie Melatonin jeden Abend zur gleichen Zeit einnehmen, um den Schlaf-Wach-Rhythmus optimal zu unterstützen.

Die Einnahme sollte nach der letzten Mahlzeit erfolgen und tagsüber nicht wiederholt werden, da dies den natürlichen Rhythmus stören kann.

Anwendung bei Jetlag

Bei Jetlag beginnen Sie die Einnahme am ersten Abend am Zielort und setzen diese für maximal 5 Tage fort.

Halten Sie sich an lokale Schlafzeiten am Zielort und meiden Sie helles Licht in den Abendstunden, um die Wirkung von Melatonin optimal zu unterstützen.

Melatonin (Retardtabletten 2 mg, z. B. Circadin) wird einmal täglich, 1 bis 2 Stunden vor dem Zubettgehen, eingenommen. Die Tablette sollte nach einer Mahlzeit eingenommen werden.

Für die kurzfristige Behandlung von Schlafstörungen bei Erwachsenen ab 55 Jahren beträgt die empfohlene Behandlungsdauer 3 Wochen.

Die Tablette wird unzerkaut und ungeteilt geschluckt; Teilen oder Morsen würde die Retardfunktion zerstören.

Bei Jetlag (Schlafstörungen nach Zeitzonenwechsel) wird Melatonin am ersten Abend am Reiseziel und in den nachfolgenden 2 bis 5 Nächten eingenommen.

Die Dosis beträgt typischerweise 2 bis 5 mg unmittelbar vor dem Schlafengehen. Alkohol sollte am Abend der Einnahme gemieden werden, da er die Wirksamkeit von Melatonin beeinträchtigen kann.

Melatonin verursacht in der Regel keine Abhängigkeit oder Toleranzentwicklung. Bei älteren Patienten ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Bei schwerer Leberinsuffizienz sollte die Anwendung vermieden werden, da die Melatonin-Konzentration erheblich ansteigen kann.

Die tägliche Einnahme zur gleichen Uhrzeit hilft, den circadianen Rhythmus optimal zu stabilisieren.

Nebenwirkungen

Häufige und milde Nebenwirkungen

Unter Melatonin können Kopfschmerzen, Schläfrigkeit am nächsten Morgen, Schwindel und Übelkeit auftreten.

Diese Reaktionen sind in der Regel mild und klingen von selbst wieder ab, sobald sich der Körper an das Präparat gewöhnt hat.

Seltene und besondere Nebenwirkungen

Weniger häufig können Mundtrockenheit, ungewöhnliche Träume oder Albträume, Reizbarkeit und Bauchschmerzen auftreten.

Seltene Nebenwirkungen umfassen Stimmungsschwankungen, Sehstörungen und kurzzeitige depressive Verstimmungen.

Sollten Sie anhaltende oder schwere Nebenwirkungen bemerken, sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt, da eine Anpassung der Dosis oder ein Wechsel des Präparats notwendig sein könnte.

Warnhinweise & Vorsichtsmaßnahmen

  • Fahren Sie kein Auto und bedienen Sie keine Maschinen, wenn Sie sich nach der Einnahme von Melatonin schläfrig fühlen
  • Vermeiden Sie Alkohol, da dieser die schlaffördernde Wirkung verstärken kann
  • Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie an einer Autoimmunerkrankung, Lebererkrankung oder Epilepsie leiden
  • Schwangere und stillende Frauen sollten Melatonin nicht einnehmen
  • Bei gleichzeitiger Einnahme anderer Medikamente, insbesondere Blutverdünner oder Blutdruckmittel, ist ärztliche Rücksprache erforderlich

Gegenanzeigen

Melatonin (z. B. Circadin 2 mg) ist kontraindiziert bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Melatonin oder einen der sonstigen Bestandteile, insbesondere Laktose.

Patienten mit seltener Galaktose-Intoleranz, Lapp-Laktasemangel oder Glukose-Galaktose-Malabsorption sollten Melatonin-Tabletten, die Laktose enthalten, nicht einnehmen.

Bei Autoimmunerkrankungen sollte Melatonin nur nach ärztlicher Abklärung eingesetzt werden, da es immunmodulierende Eigenschaften hat und theoretisch Autoimmunprozesse beeinflussen könnte.

Nicht anwenden bei Patienten mit Epilepsie ohne ärztliche Überwachung, da Melatonin die Krampfschwelle beeinflussen kann.

Bei schwerer Leberinsuffizienz (Child-Pugh C) ist die Melatonin-Clearance erheblich reduziert; die systemische Exposition ist entsprechend erhöht, was zu unerwünschten Effekten führen kann.

Die gleichzeitige Anwendung mit Fluvoxamin (CYP1A2-Hemmer) führt zu einem starken Anstieg der Melatonin-Plasmaspiegel und ist daher zu vermeiden.

Melatonin sollte nicht bei Patienten unter 18 Jahren als Langzeittherapie eingesetzt werden, da Auswirkungen auf die Pubertätsentwicklung theoretisch möglich sind.

Häufig gestellte Fragen

Macht Melatonin abhängig?
Nein, Melatonin erzeugt keine körperliche Abhängigkeit. Im Gegensatz zu vielen herkömmlichen Schlafmitteln können Sie Melatonin absetzen, ohne Entzugserscheinungen zu befürchten. Dennoch sollte die Einnahme nicht ohne ärztliche Rücksprache über einen längeren Zeitraum fortgesetzt werden.
Wie schnell wirkt Melatonin?
Die Wirkung setzt in der Regel nach 30 bis 60 Minuten ein, weshalb Sie die Tablette rechtzeitig vor dem geplanten Schlafengehen einnehmen sollten. Die volle Wirksamkeit bei chronischen Schlafstörungen zeigt sich oft erst nach einigen Tagen regelmäßiger Einnahme, da sich der Schlaf-Wach-Rhythmus allmählich stabilisiert.
Darf ich Melatonin zusammen mit anderen Schlafmitteln einnehmen?
Die gleichzeitige Einnahme von Melatonin mit anderen schlaffördernden Mitteln sollte nur nach ärztlicher Anweisung erfolgen, da die Gefahr einer verstärkten Sedierung besteht. Besprechen Sie alle Medikamente, die Sie einnehmen, mit Ihrem Arzt, damit er die Therapie optimal auf Sie abstimmen kann.
Ist Melatonin auch für Kinder geeignet?
Melatonin kann in bestimmten Fällen auch Kindern verordnet werden, etwa bei Schlafstörungen im Zusammenhang mit ADHS oder Autismus-Spektrum-Störungen. Die Dosierung muss jedoch vom Arzt individuell angepasst werden. Geben Sie Kindern niemals eigenständig Melatonin ohne ärztliche Verschreibung.
Medizinisch geprüft

Dr. Ross Elledge

Facharzt für Chirurgie · Mund-, Kiefer- & Gesichtschirurgie

Verifizierter Gesundheitsexperte