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Diclofenac

Diclofenac

Wirkstoff: Diclofenac (als Diclofenac-Natrium oder Diclofenac-Kalium)
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Die medizinischen Informationen auf dieser Website wurden von Dr. Ross Elledge (approbierter Arzt) geprüft und dienen ausschließlich Bildungszwecken. Sie ersetzen kein persönliches Gespräch mit Ihrem Arzt oder Facharzt. Befolgen Sie stets die Anweisungen Ihres verschreibenden Arztes und lesen Sie die Packungsbeilage Ihres Medikaments.

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Medizinische Informationen

Über dieses Medikament

Diclofenac ist ein nicht-steroidales Antirheumatikum (NSAR), das weit verbreitet zur Linderung von Schmerzen, Entzündungen und Schwellungen eingesetzt wird.

Es ist eines der am häufigsten verordneten Schmerzmittel in Österreich und wirkt schmerzlindernd, entzündungshemmend und fiebersenkend.

Der Wirkstoff hemmt Cyclooxygenase-Enzyme (COX-1 und COX-2), wodurch die Produktion von Prostaglandinen reduziert wird, die Schmerz, Fieber und Entzündungen vermitteln.

Diclofenac hat eine relativ ausgewogene Hemmung beider COX-Enzyme, was seine starke entzündungshemmende Wirkung sowie seine analgetischen und antipyretischen Eigenschaften erklärt.

Es ist in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich, darunter Tabletten, Retardtabletten, Suppositorien, topische Gele, Pflaster und Injektionslösungen.

Die Wahl der Formulierung hängt von der zu behandelnden Erkrankung, der Schwere der Symptome und individuellen Patientenmerkmalen ab.

Topische Zubereitungen werden oft bevorzugt, wenn eine lokalisierte Behandlung angebracht ist, da sie den Wirkstoff direkt an die betroffene Stelle abgeben und eine geringere systemische Exposition aufweisen.

Anwendung & Dosierung

Nehmen Sie Diclofenac-Tabletten zu oder nach einer Mahlzeit mit einem Glas Wasser ein, um Magenreizungen zu vermindern.

Schlucken Sie magensaftresistente oder Retardtabletten unzerkaut, ohne sie zu zerdrücken oder zu kauen.

Für topisches Gel tragen Sie eine dünne Schicht auf die betroffene Stelle auf und reiben Sie es sanft ein. Waschen Sie Ihre Hände danach gründlich, es sei denn, die Hände sind der Behandlungsbereich.

Verwenden Sie immer die niedrigste wirksame Dosis für die kürzestmögliche Dauer, um Ihre Symptome zu kontrollieren. Bei chronischen Erkrankungen wird Ihr Arzt den Bedarf regelmässig überprüfen.

Vermeiden Sie die Kombination mit anderen NSAR oder Acetylsalicylsäure (ausser niedrig dosierter ASS).

Vermeiden Sie Alkohol während der Behandlung, da dies das Risiko für gastrointestinale Blutungen erhöht.

Die übliche orale Dosis für Erwachsene beträgt 75 mg bis 150 mg täglich, aufgeteilt auf zwei oder drei Einzeldosen. Für Arthrose ist eine typische Erhaltungsdosis 75 mg bis 100 mg täglich.

Ihr Arzt kann mit einer niedrigeren Dosis beginnen und diese je nach Ansprechen anpassen. Die maximal empfohlene orale Dosis beträgt 150 mg pro Tag.

Retardtabletten werden üblicherweise einmal oder zweimal täglich mit 75 mg oder einmal täglich mit 100 mg eingenommen.

Topisches Diclofenac-Gel (1 %) wird normalerweise 2- bis 4-mal täglich auf die betroffene Stelle aufgetragen.

Bei älteren Patienten und Personen mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion wird die niedrigste wirksame Dosis für die kürzestmögliche Dauer empfohlen.

Die Dosierung sollte individualisiert und regelmässig überprüft werden. Bei längerfristiger Anwendung können regelmässige Kontrollen von Blutbild, Nieren- und Leberwerten erforderlich sein.

Nebenwirkungen

Sehr häufig (mehr als 1 von 10 Personen): Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit.

Häufig (1 bis 10 von 100 Personen): Bauchschmerzen, Dyspepsie, Durchfall, Blähungen, Erbrechen, Appetitlosigkeit, erhöhte Leberenzyme, Hautausschlag. Gelegentlich (1 bis 10 von 1.

000 Personen): Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüre, gastrointestinale Blutungen, Ödeme, Schläfrigkeit, Schwindel. Selten (1 bis 10 von 10.

000 Personen): Hepatitis, Gelbsucht, Nierenfunktionsstörung, Blutbildveränderungen, Asthmaanfälle (insbesondere bei Prädisposition). Sehr selten (weniger als 1 von 10.

000 Personen): schwere Hautreaktionen wie Stevens-Johnson-Syndrom, aplastische Anämie, Myokardinfarkt, Schlaganfall.

Bei schwarzen oder blutigen Stühlen, unerklärlichen Blutergüssen oder starken Bauchschmerzen suchen Sie unverzüglich ärztliche Hilfe auf.

Das kardiovaskuläre Risiko steigt mit der Dosis und der Behandlungsdauer.

Warnhinweise & Vorsichtsmaßnahmen

Alle NSAR, einschliesslich Diclofenac, bergen ein leicht erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre thrombotische Ereignisse, insbesondere bei hohen Dosen und längerer Anwendung.

Diclofenac sollte bei Patienten mit einer Vorgeschichte von Herzerkrankungen, Schlaganfällen oder signifikanten kardiovaskulären Risikofaktoren mit grösster Vorsicht angewendet werden.

Gastrointestinale Blutungen, Geschwüre und Perforationen können jederzeit während der Behandlung auftreten, manchmal ohne Vorwarnung.

Patienten über 65 Jahre, Personen mit einer Vorgeschichte von Magen-Darm-Geschwüren und Personen, die Antikoagulanzien oder Kortikosteroide einnehmen, haben ein erhöhtes Risiko.

Die Nierenfunktion sollte überwacht werden, insbesondere bei älteren Patienten und solchen, die gleichzeitig Diuretika oder ACE-Hemmer einnehmen.

Bei längerfristiger Anwendung kann die gleichzeitige Gabe eines Protonenpumpenhemmers zum Magenschutz erwogen werden.

Diclofenac wird im dritten Trimester der Schwangerschaft nicht empfohlen, da es das Risiko eines vorzeitigen Verschlusses des Ductus arteriosus birgt.

Gegenanzeigen

Diclofenac ist kontraindiziert bei aktiven Magen-Darm-Geschwüren oder Blutungen.

Es darf nicht angewendet werden bei schwerer Herzinsuffizienz (NYHA-Klasse III-IV), schwerer Leber- oder Nierenfunktionsstörung (GFR unter 30 ml/min) und im letzten Trimenon der Schwangerschaft.

Patienten mit einer Vorgeschichte von Überempfindlichkeit gegen Acetylsalicylsäure (ASS) oder andere NSAR, einschliesslich Asthma, Urtikaria oder Rhinitis, die durch diese Mittel ausgelöst wurden (Analgetika-Asthma-Trias), dürfen Diclofenac nicht verwenden.

Es ist auch kontraindiziert nach einer koronaren Bypass-Operation.

Eine bestehende ischämische Herzkrankheit, zerebrovaskuläre Erkrankung oder periphere arterielle Verschlusskrankheit sowie unkontrollierter Bluthochdruck schliessen die langfristige Anwendung von Diclofenac aus.

Bei Kindern unter 14 Jahren ist die systemische Anwendung von Diclofenac nicht empfohlen. Die gleichzeitige Anwendung mit Antikoagulanzien oder anderen NSAR erhöht das Blutungsrisiko erheblich.

Häufig gestellte Fragen

Ist Diclofenac verschreibungspflichtig?
Orale Diclofenac-Präparate sind in Österreich verschreibungspflichtig. Topisches Diclofenac-Gel in niedrigeren Konzentrationen ist in der Apotheke rezeptfrei erhältlich. Eine Beratung durch den Apotheker ist dennoch empfehlenswert, um die richtige Anwendung sicherzustellen.
Kann ich Diclofenac mit Paracetamol einnehmen?
Ja, Paracetamol und Diclofenac wirken über unterschiedliche Mechanismen und können bei Bedarf zur zusätzlichen Schmerzlinderung zusammen eingenommen werden. Kombinieren Sie Diclofenac jedoch nicht mit anderen NSAR wie Ibuprofen, da dies das Risiko von Nebenwirkungen erhöht.
Wie schnell wirkt Diclofenac?
Orale Diclofenac-Präparate beginnen typischerweise innerhalb von 30 bis 60 Minuten Schmerzlinderung zu verschaffen. Dispergierbare Formulierungen können schneller wirken. Topisches Gel benötigt etwas länger, wobei eine spürbare Wirkung normalerweise innerhalb von ein bis zwei Stunden nach der Anwendung eintritt.
Ist Diclofenac sicher für die Langzeitanwendung?
Die Langzeitanwendung sollte regelmässig von Ihrem Arzt überprüft werden, da eine längere Behandlung das Risiko für kardiovaskuläre und gastrointestinale Komplikationen erhöht. Es wird immer die niedrigste wirksame Dosis für die kürzestmögliche Dauer empfohlen.
Warum soll Diclofenac mit Essen eingenommen werden?
Die Einnahme von Diclofenac zu oder nach den Mahlzeiten hilft, die Magenschleimhaut zu schützen und die Wahrscheinlichkeit von Magen-Darm-Beschwerden zu verringern. Magensaftresistente Tabletten sind speziell darauf ausgelegt, Magenreizungen zu minimieren.
Kann Diclofenac meinen Blutdruck beeinflussen?
NSAR, einschliesslich Diclofenac, können Flüssigkeitsansammlungen verursachen und den Blutdruck erhöhen. Wenn Sie wegen Bluthochdruck behandelt werden, sollte Ihr Arzt Ihren Blutdruck während der Einnahme dieses Medikaments genauer überwachen.
Ist Diclofenac schlechter für das Herz als Ibuprofen?
Gross angelegte Studien zeigen, dass Diclofenac ein etwas höheres kardiovaskuläres Risiko aufweist als Ibuprofen und Naproxen, vergleichbar mit selektiven COX-2-Hemmern. Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen wird Naproxen oder Celecoxib als sicherere NSAR-Alternative empfohlen. Besprechen Sie Ihr individuelles Risikoprofil immer mit Ihrem Arzt.
Kann ich Diclofenac-Gel anstelle von Tabletten verwenden?
Ja, Diclofenac-Gel bietet eine lokale Schmerzlinderung mit deutlich geringerer systemischer Absorption und somit weniger systemischen Nebenwirkungen. Es ist eine ausgezeichnete Alternative bei lokalen Gelenk- und Muskelschmerzen, insbesondere für ältere Patienten und solche mit erhöhtem Risiko für gastrointestinale oder kardiovaskuläre Komplikationen.
Medizinisch geprüft

Dr. Ross Elledge

Facharzt für Chirurgie · Mund-, Kiefer- & Gesichtschirurgie

Verifizierter Gesundheitsexperte