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Allergie-Behandlungen

Allergien betreffen über 20 % der Bevölkerung, wobei Heuschnupfen am häufigsten vorkommt. Verschreibungspflichtige Antihistaminika und Nasensprays bieten stärkere Linderung als frei verkäufliche Optionen.

Verschreibungspflichtige Antihistaminika mit langanhaltender Wirkung

Steroid-Nasensprays reduzieren Entzündung und Verstopfung

Immuntherapie bei schweren, anhaltenden Allergien möglich

Allergenvermeidung ergänzt die medikamentöse Behandlung

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Allergie-Behandlungen

Über Allergien

Allergien entstehen, wenn das Immunsystem auf eigentlich harmlose Substanzen, sogenannte Allergene, mit einer überschiessenden Abwehrreaktion reagiert. In Österreich sind schätzungsweise 25 bis 30 Prozent der Bevölkerung von einer oder mehreren Allergien betroffen, und die Häufigkeit nimmt weiter zu.

Bei einer allergischen Reaktion erkennt das Immunsystem Substanzen wie Pollen, Hausstaubmilben oder Tierhaare fälschlicherweise als Bedrohung und produziert Antikörper (IgE). Diese lösen die Freisetzung von Histamin und anderen Entzündungsmediatoren aus, die die typischen Allergiesymptome verursachen. Allergien können in jedem Alter erstmals auftreten und verlaufen oft chronisch. Ohne angemessene Behandlung können sie sich verschlimmern: Eine unbehandelte allergische Rhinitis kann beispielsweise zu allergischem Asthma führen, man spricht vom sogenannten Etagenwechsel. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind daher besonders wichtig.

Allergieformen und Symptome

Heuschnupfen (allergische Rhinitis) ist die häufigste Allergie in Österreich und äussert sich durch Niesanfälle, laufende oder verstopfte Nase und juckende Augen. Auslöser sind Gräser-, Baum- und Kräuterpollen (saisonal) oder Hausstaubmilben und Tierhaare (ganzjährig). Das allergische Asthma mit Atemnot, Husten und pfeifenden Atemgeräuschen entwickelt sich häufig aus einer allergischen Rhinitis.

Bei Hautallergien unterscheidet man das Kontaktekzem (Rötung und Juckreiz durch Nickel, Duftstoffe oder Latex), die Urtikaria (Nesselsucht mit juckenden Quaddeln) und die Neurodermitis. Nahrungsmittelallergien werden am häufigsten durch Nüsse, Milch, Eier, Weizen, Soja und Fisch ausgelöst und können von leichtem Kribbeln im Mund bis zur schweren Anaphylaxie reichen. Insektengiftallergien auf Bienen- oder Wespenstiche können ebenfalls lebensbedrohliche Reaktionen auslösen. Medikamentenallergien betreffen häufig Penicillin und nichtsteroidale Entzündungshemmer.

Behandlungsmöglichkeiten

Die Allergiebehandlung umfasst Allergenvermeidung, Medikamente und bei geeigneten Allergien eine Hyposensibilisierung. Antihistaminika der zweiten Generation wie Cetirizin, Loratadin und Desloratadin sind die erste Wahl bei Heuschnupfen und Urtikaria, da sie nicht müde machen. Sie stehen als Tabletten, Nasenspray und Augentropfen zur Verfügung.

Nasale Kortikosteroide wie Mometason und Fluticason sind die wirksamste Behandlung bei allergischer Rhinitis und sollten regelmässig angewendet werden. Bei allergischem Asthma helfen Leukotrienantagonisten wie Montelukast. Personen mit Anaphylaxie-Risiko sollten stets einen Adrenalin-Autoinjektor (EpiPen) bei sich tragen. Die spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) ist die einzige kausale Allergiebehandlung. Sie verändert die Immunantwort dauerhaft und wird über drei bis fünf Jahre als Spritzen oder Tabletten unter die Zunge verabreicht. Sie ist besonders wirksam bei Pollen-, Milben- und Insektengiftallergien und kann den Etagenwechsel zu Asthma verhindern.

Allergenvermeidung und Tipps

Die konsequente Vermeidung von Allergenen ist ein wichtiger Pfeiler der Allergiebehandlung. Bei Pollenallergie empfiehlt es sich, den Pollenflugkalender zu beachten, an Hochflugtagen Aktivitäten im Freien einzuschränken und nach dem Aufenthalt im Freien die Haare zu waschen und die Kleidung zu wechseln. Wäsche sollte nicht im Freien getrocknet und Pollenfilter im Auto verwendet werden.

Bei Hausstaubmilbenallergie helfen milbendichte Bezüge (Encasing) für Matratze, Kissen und Decke, eine Raumtemperatur unter 20 Grad, eine Luftfeuchtigkeit unter 50 Prozent sowie regelmässiges Lüften und feuchtes Wischen. Bei Tierhaarallergie sollten Tiere idealerweise nicht ins Schlafzimmer gelassen werden und HEPA-Luftfilter zum Einsatz kommen. Grundsätzlich sollte der Allergiepass immer mitgeführt werden. Bei Anaphylaxie-Risiko ist ein Notfallset bestehend aus Adrenalin-Autoinjektor, Antihistaminikum und Kortison stets griffbereit zu halten.

Wann zum Arzt?

Ein Arztbesuch beim Allergologen ist empfehlenswert, wenn Allergiesymptome regelmässig auftreten und den Alltag beeinträchtigen, wenn rezeptfreie Antihistaminika nicht ausreichend wirken oder wenn ein chronischer Schnupfen oder Husten ungeklärter Ursache besteht. Auch bei Verdacht auf eine Nahrungsmittelallergie, wenn eine Hyposensibilisierung in Erwägung gezogen wird oder wenn sich Symptome trotz Behandlung verschlechtern, ist ärztlicher Rat sinnvoll.

Notfall: Sofort den Rettungsdienst (144) rufen bei Anaphylaxie. Warnsignale sind plötzliche Atemnot oder Schwellung von Gesicht, Hals und Zunge, Kreislaufprobleme mit Schwindel, Blutdruckabfall und Bewusstlosigkeit, generalisierter Hautausschlag mit Juckreiz sowie Übelkeit und Erbrechen nach Nahrungsmittel- oder Insektenstichexposition. Anaphylaxie ist ein lebensbedrohlicher Notfall. Personen mit bekanntem Risiko sollten ihren Adrenalin-Autoinjektor stets griffbereit haben und das Umfeld über die Allergie informieren.

Frequently Asked Questions

Was ist das stärkste Allergie-Medikament?
Verschreibungspflichtige Antihistaminika wie Fexofenadin 180 mg und Kombinationsbehandlungen mit Steroid-Nasensprays bieten die stärkste Linderung.
Wann sollte ich verschreibungspflichtige Allergie-Medikamente nehmen?
Bei saisonalen Allergien beginnen Sie 1–2 Wochen vor der Allergiesaison. Bei ganzjährigen Allergien bietet tägliche Behandlung die beste Symptomkontrolle.
Kann ich Allergie-Behandlung online bekommen?
Ja, Online-Ärzte können Antihistaminika, Nasensprays und Augentropfen nach Überprüfung Ihrer Symptome verschreiben.
Kann ich Antihistaminika täglich einnehmen?
Antihistaminika der zweiten Generation wie Cetirizin und Loratadin gelten als sicher für die tägliche Anwendung. Sie sind nicht sedierend und können während der gesamten Allergiesaison eingenommen werden.
Medizinisch geprüft

Dr. Ross Elledge

Allgemeinarzt · Allgemein- & Familienmedizin

Verifizierter Gesundheitsexperte

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Diese Website bietet allgemeine Informationen über Medikamente nur zu Bildungszwecken. Konsultieren Sie immer Ihren Arzt oder Apotheker, bevor Sie Medikamente einnehmen.