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Schlaf- & Angstbehandlungen

Schlafstörungen betreffen etwa jeden dritten Erwachsenen, während Angststörungen die häufigsten psychischen Erkrankungen sind. Verschreibungspflichtige Behandlungen können Linderung bieten, wenn Lebensstiländerungen allein nicht ausreichen.

Kurzfristige Schlafmittel für gesunde Schlafmuster

SSRIs und SNRIs als wirksame Erstlinienbehandlung bei Angst

Kognitive Verhaltenstherapie ergänzt Medikation

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Schlaf- & Angstbehandlungen

Über Schlafstörungen und Angst

Schlafstörungen und Angsterkrankungen gehören zu den häufigsten psychischen Gesundheitsproblemen in Österreich. Etwa 25 Prozent der Erwachsenen leiden unter relevanten Schlafstörungen, und rund 15 Prozent der Bevölkerung sind im Laufe ihres Lebens von einer Angststörung betroffen. Beide Erkrankungen sind eng miteinander verknüpft und verstärken sich gegenseitig.

Angst und Stress sind die häufigsten Ursachen für Ein- und Durchschlafstörungen, und chronischer Schlafmangel verstärkt wiederum Angst und emotionale Instabilität. Dieser Teufelskreis kann die Lebensqualität massiv beeinträchtigen. Bei einer Insomnie gelingt es Betroffenen trotz ausreichender Gelegenheit nicht, erholsam zu schlafen. Angststörungen umfassen die generalisierte Angst, die Panikstörung, die soziale Phobie und spezifische Phobien. Beide Erkrankungen sind gut behandelbar, oft reichen bereits Veränderungen der Schlafhygiene und Verhaltenstherapie aus.

Symptome erkennen

Bei einer Insomnie bestehen Schwierigkeiten beim Einschlafen (mehr als 30 Minuten), häufiges Aufwachen in der Nacht, frühes Erwachen ohne wieder einschlafen zu können und nicht erholsamer Schlaf trotz ausreichender Schlafdauer. Tagesmüdigkeit, Konzentrationsprobleme und Reizbarkeit sind die Folge. Von einer chronischen Insomnie spricht man, wenn die Symptome mindestens dreimal pro Woche über drei Monate bestehen.

Angststörungen zeigen sich je nach Form unterschiedlich. Bei der generalisierten Angststörung bestehen übermässige, unkontrollierbare Sorgen über verschiedene Lebensbereiche verbunden mit Anspannung und Unruhe. Die Panikstörung äussert sich durch wiederkehrende plötzliche Panikattacken mit Herzrasen, Atemnot, Schwindel und Todesangst. Die soziale Phobie betrifft Angst vor sozialen Situationen und Bewertung durch andere. Körperliche Begleitsymptome bei Angst umfassen Herzrasen, Schwitzen, Zittern, Atemnot, Magen-Darm-Beschwerden und Muskelverspannungen.

Behandlungsmöglichkeiten

Bei Schlafstörungen ist die kognitive Verhaltenstherapie für Insomnie (KVT-I) die wirksamste Langzeittherapie und steht auch online zur Verfügung. Melatonin, das körpereigene Schlafhormon, ist besonders bei Einschlafproblemen und Jetlag wirksam. Z-Medikamente wie Zolpidem und Zopiclon sind verschreibungspflichtig und sollten nur kurzfristig (zwei bis vier Wochen) eingesetzt werden, da ein Abhängigkeitsrisiko besteht. Pflanzliche Mittel wie Baldrian, Hopfen und Passionsblume haben eine milde Wirkung.

Bei Angststörungen ist die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) der Goldstandard mit hoher Wirksamkeit und nachhaltigen Effekten. Als erste medikamentöse Wahl gelten SSRI und SNRI wie Sertralin, Escitalopram und Venlafaxin. Buspiron wirkt angstlösend ohne Abhängigkeitsrisiko. Pregabalin ist bei generalisierter Angststörung wirksam. Benzodiazepine sollten aufgrund des hohen Abhängigkeitspotenzials nur kurzfristig in Akutsituationen eingesetzt und nie länger als zwei bis vier Wochen ohne ärztliche Kontrolle eingenommen werden.

Schlafhygiene und Bewältigung

Gute Schlafhygiene ist die Grundlage jeder Insomnie-Behandlung. Regelmässige Schlafenszeiten, auch am Wochenende, ein dunkles, kühles Schlafzimmer (16 bis 18 Grad), das nur zum Schlafen genutzt wird, und der Verzicht auf Bildschirme mindestens 60 Minuten vor dem Schlafengehen bilden die Basis. Kein Koffein nach 14 Uhr und kein Alkohol als Einschlafhilfe sind weitere wichtige Regeln. Ein Abendritual aus Lesen, warmem Bad oder Entspannungsübungen erleichtert das Einschlafen. Bei Schlaflosigkeit sollte man nicht im Bett liegen bleiben, sondern nach 20 Minuten aufstehen und etwas Ruhiges tun.

Zur Angstbewältigung im Alltag eignen sich Atemübungen wie die 4-7-8-Technik (vier Sekunden einatmen, sieben Sekunden halten, acht Sekunden ausatmen), Progressive Muskelentspannung nach Jacobson und tägliche Achtsamkeitsmeditation von zehn bis fünfzehn Minuten. Regelmässige Bewegung von mindestens 30 Minuten pro Tag (nicht direkt vor dem Schlafengehen), bewusst geplante "Sorgenzeiten" und gepflegte soziale Kontakte helfen, den Teufelskreis zu durchbrechen.

Wann zum Arzt?

Ärztliche Hilfe ist angezeigt, wenn Schlafstörungen länger als vier Wochen anhalten und den Alltag beeinträchtigen, wenn die Tagesmüdigkeit die Leistungsfähigkeit oder Sicherheit gefährdet oder wenn regelmässig zu Schlafmitteln oder Alkohol gegriffen wird, um schlafen zu können. Auch wenn Angst oder Panikattacken den Alltag, Beruf oder Beziehungen einschränken oder wenn Situationen aus Angst vermieden werden, ist professionelle Hilfe empfehlenswert.

Sofort professionelle Hilfe bei suizidalen Gedanken (Telefonseelsorge: 142, rund um die Uhr), bei schweren Panikattacken, die sich wie ein Herzinfarkt anfühlen, bei Abhängigkeit von Schlaf- oder Beruhigungsmitteln und bei Symptomen einer Schlafapnoe wie lautem Schnarchen, Atemaussetzern und extremer Tagesmüdigkeit. Angst und Schlafstörungen sind keine Schwäche, sondern medizinische Erkrankungen, die effektiv behandelt werden können. Je früher Hilfe gesucht wird, desto besser die Prognose.

Frequently Asked Questions

Welches Medikament wird bei Angststörungen verschrieben?
SSRIs wie Sertralin sind die am häufigsten verschriebene Erstlinientherapie. Sie brauchen 2–4 Wochen bis zur vollen Wirkung und werden allgemein gut vertragen.
Kann ich Schlaftabletten online verschrieben bekommen?
Ja, ein Online-Arzt kann kurzfristige Schlafmedikamente nach Beurteilung Ihrer Schlafmuster und Krankengeschichte verschreiben.
Wie lange kann ich Schlafmedikamente nehmen?
Verschreibungspflichtige Schlafmittel werden generell für 2–4 Wochen empfohlen. Bei anhaltenden Schlafproblemen wird Ihr Arzt alternative Behandlungen erkunden.
Machen Schlaftabletten abhängig?
Benzodiazepine und Z-Medikamente können bei Anwendung über 2-4 Wochen Abhängigkeit verursachen. Sie sind nur für den kurzfristigen Gebrauch bestimmt. Nicht süchtig machende Alternativen wie Melatonin eignen sich für längerfristige Anwendung.
Medizinisch geprüft

Dr. Ross Elledge

Allgemeinarzt · Allgemein- & Familienmedizin

Verifizierter Gesundheitsexperte

TopDoctors Profile

Diese Website bietet allgemeine Informationen über Medikamente nur zu Bildungszwecken. Konsultieren Sie immer Ihren Arzt oder Apotheker, bevor Sie Medikamente einnehmen.